Wirtschaft fordert konkrete Entlastungen
IHK fordert klare Entlastung: So soll 2026 für Unternehmen leichter werden
Zum Jahreswechsel verbindet die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) ihren Ausblick auf 2026 mit einem konkreten politischen Auftrag. Die Kammer zeigt sich grundsätzlich zuversichtlich, macht diese Zuversicht aber davon abhängig, ob angekündigte Maßnahmen tatsächlich im Unternehmensalltag ankommen – spürbar bei Kosten, Verfahren und Investitionsentscheidungen.
Im Kern nennt die IHK drei Prioritäten: niedrigere Energiekosten, eine Modernisierung von Staat und Verwaltung sowie steuerliche Impulse für Investitionen. Programme, die in Berlin bereits angekündigt oder angestoßen wurden – darunter „Investitions- und Wachstumsbooster“ und „Bauturbo“ – müssten aus Sicht der Kammer jetzt so umgesetzt werden, dass sie Wirkung entfalten.
Worauf die IHK 2026 den Schwerpunkt legt
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Energiekosten senken – nicht nur kurzfristig, sondern verlässlich
Für viele Betriebe ist Energie ein strategischer Kostenblock: Er entscheidet mit darüber, ob Produktion, Logistik, Handel oder Dienstleistungen am Standort wirtschaftlich bleiben.
Zwar haben sich Energiepreise zuletzt in Teilen entspannt, doch die Gesamtrechnung bleibt für Unternehmen stark von Netzentgelten sowie Abgaben und Umlagen geprägt. Genau an dieser Stelle fordert die IHK eine Entlastung, die planbar ist und sich dauerhaft in den Rechnungen niederschlägt – statt nur in Ankündigungen.
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Staat und Verwaltung modernisieren – damit Zeit wieder investierbar wird
Die Kammer drängt auf schnellere und digitalere Verfahren. Für Betriebe geht es dabei nicht um „Komfort“, sondern um harte Standortfaktoren: Genehmigungen, Meldepflichten und Nachweisanforderungen binden Personal, verzögern Projekte und erhöhen Finanzierungskosten.
Eine Modernisierungsagenda, die Prozesse vereinfacht und Laufzeiten verkürzt, wirkt damit wie ein indirektes Investitionsprogramm – ohne dass Unternehmen dafür eigene Mittel zusätzlich aufbringen müssen.
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Steuerliche Impulse setzen – damit Investitionen früher ausgelöst werden
Investitionsentscheidungen sind in der Praxis oft eine Frage von Timing und Liquidität. Steuerliche Instrumente, die Abschreibungen vorziehen oder Fördergrenzen erweitern, können Projekte vorziehen, die sonst später oder gar nicht stattfinden würden.
Aus Sicht der IHK ist entscheidend, dass solche Impulse nicht in der Gesetzgebung stecken bleiben, sondern rechtssicher, verständlich und zügig nutzbar werden.
Warum die Umsetzung für Unternehmen entscheidend ist
Die IHK macht ihre Erwartungen ausdrücklich an der praktischen Wirkung fest. Das zeigt sich besonders beim sogenannten „Wachstumsbooster“: Das Bundeskabinett hat am 4. Juni 2025 den Entwurf für ein steuerliches Investitionssofortprogramm beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem eine degressive Abschreibung von 30 Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter (zeitlich befristet ab 1. Juli 2025), zusätzliche Anreize für E-Mobilität sowie eine ausgeweitete Forschungszulage. Der wirtschaftspolitische Zweck ist klar: Investitionen sollen früher stattfinden, weil sich die steuerliche Entlastung zeitlich nach vorn verschiebt.
Für Unternehmen entscheidet sich der Nutzen solcher Programme jedoch im Detail: Wie schnell sind Regelungen anwendbar? Wie hoch ist der bürokratische Aufwand? Wie verlässlich sind Fristen und Auslegung? Eine Maßnahme kann auf dem Papier kräftig wirken – und im Betrieb trotzdem verpuffen, wenn Voraussetzungen unklar sind, Nachweise zu aufwendig werden oder Behördenprozesse nicht mithalten.
Auch bei Energiekosten kommt es auf das „Ankommen“ an. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes lagen die Strompreise für Nicht-Haushalte im zweiten Halbjahr 2025 (ohne Umsatzsteuer) bei 19,22 Cent je Kilowattstunde, Erdgas bei 6,18 Cent. Gegenüber dem Vorjahr waren das Rückgänge, zugleich verweist Destatis aber darauf, dass Netzentgelte sowie Steuern und Umlagen die Gesamtkosten maßgeblich mitbestimmen. Für Betriebe heißt das: Selbst wenn Beschaffungspreise sinken, kann die Kalkulation durch regulierte Preisbestandteile unter Druck bleiben – ein Grund, warum die IHK die Entlastungsfrage politisch nachdrücklich priorisiert.
Welche Rolle die IHK in der Region spielt
Die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld vertritt nach eigenen Angaben rund 115.000 Unternehmen in der Region. Als Selbstverwaltung der Wirtschaft bündelt sie Interessen aus Betrieben unterschiedlichster Größen und Branchen und trägt diese gegenüber Politik und Verwaltung vor.
Wenn die Kammer zum Jahreswechsel konkrete Erwartungen formuliert, ist das daher mehr als Symbolik: Es ist ein regionales Signal, welche Stellschrauben aus Sicht der Unternehmen 2026 über Investitionen, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit mitentscheiden.
Unterm Strich ist die Botschaft der IHK eindeutig: Für 2026 zählt weniger die nächste Ankündigung als die belastbare Umsetzung. Entlastung bei Energiekosten, schnellere und digitale Verwaltung sowie steuerliche Investitionsimpulse sollen nicht als Überschriften stehen bleiben – sondern im Alltag der Unternehmen spürbar werden.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- https://www.radiobielefeld.de/nachrichten/am-puls-der-stadt/ihk-in-bielefeld-formuliert-erwartungen-an-die-politik.html, 26.12.252025
- https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2025/06/2025-06-04-kabinett-beschliesst-wachstumsbooster.html, 04.06.2025
- https://www.ihk.de/ostwestfalen/ueber-uns/

