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Wirtschaft fordert konkrete Entlastungen
IHK fordert für 2026: Energiekosten senken, Verwaltung beschleunigen, Investitionen auslösen
Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld verbindet ihren Blick auf das Jahr 2026 mit einem klaren Erwartungskatalog an die Politik. Aus Sicht der regionalen Wirtschaft komme es weniger auf neue Ankündigungen an als auf spürbare Entlastungen bei Energie, schnellere und verlässlichere Verwaltungsprozesse sowie Investitionsanreize, die im betrieblichen Alltag tatsächlich Wirkung entfalten.
Zum Jahreswechsel macht die IHK damit Druck auf die Umsetzung bereits angestoßener Programme. Maßnahmen wie „Investitions- und Wachstumsbooster“ und „Bauturbo“ seien als politische Leitplanken gesetzt – entscheidend sei nun, ob daraus 2026 konkret niedrigere Kosten, kürzere Verfahren und mehr Investitionen entstehen.
Drei Hebel, die aus Sicht der IHK 2026 entscheiden
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Erstens: Energiekosten müssen sinken.
Für Unternehmen in Industrie, Handel und Dienstleistungen sind Energiepreise nicht nur eine laufende Belastung, sondern ein Standortfaktor, der Investitionsentscheidungen direkt beeinflusst. Die IHK verweist in diesem Zusammenhang auf politische Ansätze, die auf Entlastung zielen – etwa über niedrigere Netzentgelte und den geplanten Industriestrompreis. Für die Betriebe ist dabei weniger die Überschrift entscheidend als der Zeitpunkt und die Verlässlichkeit: Entlastungen müssen planbar und schnell in den Rechnungen ankommen, damit Projekte nicht aufgeschoben werden.
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Zweitens: Staat und Verwaltung müssen schneller werden.
Die IHK dringt auf eine Modernisierungsagenda, die Genehmigungen, Nachweise und Verfahren spürbar beschleunigt. In der Praxis bedeutet das für Unternehmen: weniger Zeitverlust bei Investitionen, mehr Planungssicherheit bei Bau- und Erweiterungsvorhaben – und weniger gebundenes Kapital, das sonst in Warteschleifen steckt.
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Drittens: Investitionen brauchen steuerliche Impulse.
Aus Sicht der Kammer reichen Appelle an die Wirtschaft nicht aus, wenn gleichzeitig Unsicherheit über Abschreibungsbedingungen, Förderlogiken oder die Dauer von Verfahren besteht. Ein steuerliches Investitionssofortprogramm, wie es auf Bundesebene vorbereitet wurde, soll genau hier ansetzen: Investitionen sollen schneller angereizt und damit früher ausgelöst werden. Für die Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe wäre das vor allem dann ein Hebel, wenn die Regelungen einfach, zügig nutzbar und nicht von langwieriger Antragspraxis begleitet sind.
Warum die IHK hier besonders auf „Ankommen“ pocht
Die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld vertritt als Selbstverwaltungseinrichtung der Wirtschaft rund 115.000 bis 116.000 Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe und übernimmt staatlich übertragene Aufgaben – von Ausbildungsprüfungen über Ursprungszeugnisse bis zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Gerade aus dieser Schnittstelle zwischen Unternehmen und Verwaltung leitet die Kammer ihre zentrale Botschaft für 2026 ab: Politische Programme sind nur so viel wert wie ihre Umsetzungsgeschwindigkeit und ihr Effekt in der Praxis.
Diese Linie hatte die IHK bereits bei ihrem Jahresempfang Anfang Dezember unterstrichen, zu dem rund 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Hochschulen und Gesellschaft zusammenkamen. Dort wurden neben einer Modernisierungsagenda und Investitionsimpulsen ausdrücklich auch Energie-Entlastungen als Voraussetzung genannt, damit die Region ihre industrielle Stärke behaupten und neue Projekte tatsächlich starten kann.
Bundespolitischer Rahmen – regionaler Prüfstein
Auch im Bund wird 2026 als Jahr verstanden, in dem Investitionen beschleunigt werden sollen: Der „Bauturbo“ wird im Kontext der Haushaltsplanung als Wachstumsmaßnahme eingeordnet, flankiert von weiteren Instrumenten, die Standort und Investitionsklima verbessern sollen. Die IHK macht jedoch deutlich, dass dieser Rahmen nur der Anfang ist. Für die Unternehmen vor Ort zählt, ob Genehmigungen schneller erteilt, steuerliche Effekte verlässlich wirksam und Energiekosten real sinken – nicht irgendwann, sondern innerhalb des Jahresverlaufs 2026.
Was auf dem Spiel steht: Beschäftigung, Ausbildung, Aufträge
Hinter den Forderungen steht mehr als eine Debatte über Wirtschaftspolitik im Grundsatz. Energiekosten, Investitionsklima und Verwaltungstempo wirken direkt auf Beschäftigung, Ausbildungskapazitäten und die Vergabe von Aufträgen. Wo Unternehmen Planungssicherheit gewinnen und Projekte schneller umsetzen können, steigen die Chancen, dass neue Maschinen bestellt, Standorte erweitert oder zusätzliche Ausbildungsplätze angeboten werden. Wo Kosten hoch bleiben oder Verfahren stocken, wächst der Druck – besonders in Bereichen, die stark im internationalen Wettbewerb stehen.
Die IHK formuliert ihren Ausblick auf 2026 deshalb als klare Agenda: Die Instrumente sind politisch benannt. Der Maßstab für das Jahr wird sein, ob Entlastungen und Investitionsanreize in Ostwestfalen-Lippe tatsächlich in den Betrieben ankommen.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- https://www.radiobielefeld.de/nachrichten/am-puls-der-stadt/ihk-in-bielefeld-formuliert-erwartungen-an-die-politik.html, 26.12.2025
- https://www.ihk.de/ostwestfalen/ihre-ihk/kontakt/anfahrt-und-oeffnungszeiten/hauptgeschaeftsstelle-6790732
- https://www.ostwestfalen.ihk.de/presse/aktuelle-pressemeldungen/jahresempfang-der-ihk-ostwestfalen-klare-botschaften-und-beitragssenkung/
- https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/bundeshaushalt-2026-2374030
- https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2025/20250604-zitat-ministerin-reiche-zum-gesetzentwurf-fuer-ein-steuerliches-investitionssofortprogramm-zur-staerkung-des-wirtschaftsstandortes-deutschland.html

