50 Jahre Rosa Winkel? Ein bewegender Filmabend im Lichtwerk Bielefeld

Event: 50 Jahre Zeitdokument: Rosa Winkel? Das ist doch schon lange vorbei... in Lichtwerk, Ravensberger Park 7, 33607 Bielefeld on 6. November 2026

Datum und Uhrzeit

6. November 2026 18:00 Uhr

Veranstaltungsort

Lichtwerk
Ravensberger Park 7, 33607 Bielefeld, Germany

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Ein filmisches Zeitdokument gegen das Vergessen

Am Freitag, dem 6. November 2026, erinnert die Arbeitsgemeinschaft Queere Geschichte Bielefeld e. V. im Lichtwerk an die Uraufführung des Dokumentarfilms Rosa Winkel? Das ist doch schon lange vorbei … vor genau 50 Jahren. Die Filmvorführung mit anschließender Diskussion verbindet historische Spurensuche, queere Erinnerungskultur und politische Bildungsarbeit.

Ein Dokumentarfilm zwischen Verfolgung und Emanzipation

Der 1975 und 1976 an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld entstandene Film untersucht die Verfolgung homosexueller Männer im Nationalsozialismus und die Kontinuitäten der Diskriminierung in der Bundesrepublik. Im Zentrum stehen Zeitzeugen und Betroffene, deren Stimmen die Geschichte des Rosa Winkels mit persönlichen Erfahrungen verbinden.

Das rosa Dreieck diente in nationalsozialistischen Konzentrationslagern als Kennzeichnung für homosexuelle Häftlinge. Der Film macht sichtbar, wie sich staatliche Repression, gesellschaftliche Ausgrenzung und der verschärfte Paragraph 175 über das Ende des Nationalsozialismus hinaus fortsetzten. Zugleich dokumentiert er die Anfänge schwuler Aktionsgruppen in den 1970er-Jahren.

Filmkunst als historische Quelle

Die 50-minütige Dokumentation von Detlef Stoffel, Christiane Schmerl und Peter Recht ist nicht nur ein filmisches Werk, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis visueller Soziologie. Interviews, historische Einordnung und politische Analyse verbinden sich zu einer eindringlichen Form der Werkbetrachtung. Die reduzierte Ästhetik des Zeitdokuments lenkt den Blick auf Gesichter, Stimmen und Erfahrungen.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem Corny Littmann, Harald A. Bähr, Rüdiger Lautmann sowie Olav und Ingrid Meyer-Sievers. Das Filmplakat und Filmzitate gehören seit Dezember 2025 zur Dauerausstellung Du bist Teil der Geschichte – Deutschland seit 1945 im Haus der Geschichte in Bonn.

Gespräch mit Filmschaffenden und Zeitzeugen

Nach dem Screening öffnet sich der Kinosaal zum Gespräch. Erwartet werden die Filmemacherin Prof. Christiane Schmerl sowie Peter Recht und Detlef Stoffel, der Protagonist Olav Meier Sievers, der Zeitzeuge Joachim Bartholomae vom Buchladen und Verlag Männerschwarm und der Regisseur Stefan Westerwelle. Durch den Abend führt die Dokumentarfilmerin und Dozentin Beate Middecke.

Die Diskussion setzt den historischen Film in Beziehung zur Gegenwart und fragt nach Erinnerung, Sichtbarkeit und den politischen Kämpfen queerer Menschen. Damit wird der Kinoabend zu einem Kunsterlebnis der besonderen Art: Filmgeschichte, Oral History und kulturelle Bildung treffen aufeinander.

Ein Abend für queere Erinnerungskultur

Die Veranstaltung entsteht in Kooperation mit BIEqueer e. V., dem autonomen Schwulenreferat der Universität Bielefeld, SilverGays Bielefeld und der Gleichstellungsstelle der Stadt Bielefeld. Gefördert wird sie durch die Arcus Stiftung.

Das Lichtwerk bietet den passenden Raum für diese ästhetische Erfahrung zwischen konzentrierter Filmvorführung und offenem Austausch. Besucherinnen und Besucher erwartet ein historisch präziser, emotional berührender Abend, der die Bedeutung von Archivmaterial und persönlicher Erinnerung für eine demokratische Gesellschaft erfahrbar macht.

Fazit: Geschichte gemeinsam sichtbar machen

Rosa Winkel? Das ist doch schon lange vorbei … führt eindringlich vor Augen, wie eng Film, Erinnerung und gesellschaftliche Veränderung miteinander verbunden sind. Die Jubiläumsveranstaltung lädt dazu ein, ein wichtiges Zeitdokument live zu erleben, den Stimmen der Zeitzeugen zuzuhören und über die Wirkung queerer Geschichte bis in die Gegenwart nachzudenken. Ein empfehlenswerter Abend für alle, die sich für Filmkunst, Zeitgeschichte, Menschenrechte und kulturelle Bildung interessieren.

Offizielle Kanäle von AG Queere Geschichte Bielefeld e. V.:

Quellen:

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