Bielefelder Philharmoniker eröffnen Bielefelds Saison mit Von Menschen und Göttern


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Zwischen Höhenflug, Cellopoesie und titanischer Klanggewalt
Die Bielefelder Philharmoniker eröffnen ihre Symphoniekonzert-Saison 2026/27 mit einem musikalischen Panorama über menschlichen Ehrgeiz, innere Tiefe und die überwältigende Kraft des Orchesters. Unter der musikalischen Leitung von Robin Davis verbindet „Von Menschen und Göttern“ Lera Auerbachs dramatisches Icarus mit Robert Schumanns lyrischem Cellokonzert und Gustav Mahlers monumentaler Erster Symphonie.
Icarus: Der Klang des riskanten Flugs
Lera Auerbachs Icarus eröffnet den Abend mit einer modernen Klangwelt, die den griechischen Mythos von Dädalus und Ikarus in eine intensive Orchestererfahrung übersetzt. Treibende Rhythmen, aufsteigende Linien und der sphärische Klang des Theremins zeichnen einen musikalischen Höhenflug zwischen grenzenloser Freiheit und drohendem Scheitern. Die Orchestrierung schafft Spannung, Bewegung und eine Bühnenatmosphäre voller Licht und Schatten.
Schumann: Intimer Dialog für Violoncello und Orchester
Im Zentrum des zweiten Programmteils steht Robert Schumanns Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129. Das 1850 entstandene Werk entfaltet seine Wirkung nicht durch äußerliche Virtuosität, sondern durch den intensiven Dialog zwischen Soloinstrument und Orchester. Der vielfach ausgezeichnete britische Cellist Steven Isserlis gibt dabei sein Bielefelder Debüt. Sein warmer, wandelbarer Celloton trifft auf Schumanns empfindsame Melodik und eine fein abgestimmte musikalische Synchronisation.
Mahler: Naturerwachen und titanischer Aufbruch
Gustav Mahlers Erste Symphonie D-Dur trägt den Beinamen „Titan“ und bildet den monumentalen Abschluss des Konzerts. Naturklänge, volkstümliche Melodien, grotesker Humor und eruptive orchestrale Ausbrüche führen durch einen großen Spannungsbogen. Mahler verarbeitet Motive aus seinen Liedern eines fahrenden Gesellen und verwandelt „Bruder Jakob“ in eine überraschend düstere Trauermarsch-Parodie. Aus feinen Klangfarben wächst eine überwältigende Apotheose.
Einführung vor dem Konzert
Robin Davis gibt 45 Minuten vor Beginn eine Einführung im Kleinen Saal der Rudolf-Oetker-Halle. Sie bietet einen konzentrierten Zugang zu den drei Werken und macht hörbar, wie Mythos, romantische Cellopoesie und spätromantische Symphonik in diesem Programm miteinander verbunden sind.
Das Konzerterlebnis in der Rudolf-Oetker-Halle
Der Große Saal der Rudolf-Oetker-Halle schafft den passenden Rahmen für dieses farbenreiche Programm. Von der unmittelbaren Präsenz des Violoncellos bis zu Mahlers groß besetztem Orchesterapparat reicht das Spektrum dieses Abends. Die Live-Atmosphäre entsteht dort, wo Atem, Dirigat, Akustik und Publikumsstimmung zu einem gemeinsamen musikalischen Moment verschmelzen.
Fazit: Ein Saisonauftakt mit großer emotionaler Spannweite
„Von Menschen und Göttern“ führt vom mythischen Flug über die intime Sprache des Cellos bis zur titanischen Energie Gustav Mahlers. Wer orchestrale Klangfarben, starke musikalische Kontraste und eine herausragende Solistenbegegnung live erleben möchte, findet in diesem Symphoniekonzert einen eindrucksvollen Auftakt der neuen Saison.
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