Daniel James in Bielefeld: Antisemitismus und Rassismus neu verflochten


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Wenn Geschichte sichtbar macht, wie Rassifizierung wirkt
Wie hängen Antisemitismus und Rassismus zusammen? Dieser anspruchsvolle Vortrag von Dr. Daniel James an der Universität Bielefeld eröffnet am 21. Oktober 2026 einen differenzierten Blick auf eine zentrale gesellschaftliche Debatte. Die Veranstaltung bildet zugleich die Antrittsvorlesung zur Gastprofessur Interdisziplinäre Antisemitismus- und Rassismuskritik und klingt mit einem Empfang aus.
Historische Verflechtungen statt einfacher Zuordnungen
Daniel James stellt die verbreitete Frage nach dem Verhältnis von Antisemitismus und Rassismus neu. Im Mittelpunkt steht nicht allein die Einordnung, ob Antisemitismus als besondere Form von Rassismus gilt oder kategorial davon verschieden ist. Der Vortrag untersucht vielmehr, wie ethnoreligiöse, koloniale, rechtliche und kulturelle Klassifikationen historisch ineinandergreifen.
Von Iberien bis in den atlantischen Raum
Anhand der Geschichte sephardischer Gemeinden verfolgt James, wie Vorstellungen von Herkunft, Religion und Zugehörigkeit vom spätmittelalterlichen Iberien über das spanische Amerika bis zu niederländisch-atlantischen Plantagenordnungen des 17. Jahrhunderts zirkulierten und sich veränderten. Dadurch entsteht ein historischer Zugang zu Rassifizierung als Prozess sozialer Markierung und Positionierung.
Wissenschaftliche Perspektiven mit gesellschaftlicher Relevanz
Der Vortrag verbindet Philosophie, Sozialphilosophie, Rassismusforschung und Antisemitismuskritik. James arbeitet zu klassischer deutscher Philosophie, Philosophy of Race und den Grundlagen sozialwissenschaftlicher Kategorien. Sein Habilitationsprojekt Rassismus ohne Rasse untersucht, wie herkunftsbezogene Unterschiede gesellschaftlich erzeugt und in Herrschaftsordnungen wirksam werden.
Ein Abend für Austausch und neue Denkansätze
Die Veranstaltung richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, Lehrende, Forschende, Studierende, wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Mitarbeitende der Universität. Die Publikumsstimmung verspricht einen offenen wissenschaftlichen Austausch: Nach der Antrittsvorlesung bietet der Empfang Raum für Gespräche über historische Zusammenhänge, aktuelle Kontroversen und eine inklusive Erinnerungskultur.
Fazit
Besucherinnen und Besucher erwartet ein fundierter Vortrag mit historischem Tiefgang, aktueller gesellschaftlicher Bedeutung und anschließender Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Wer Antisemitismus- und Rassismuskritik aus einer interdisziplinären Perspektive verstehen möchte, erlebt in Bielefeld einen erkenntnisreichen Veranstaltungsabend.
Offizielle Kanäle von Daniel James:
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