Juden- und Dissidentenregister in Bielefeld: Geschichte digital entdecken

Event: Die Juden- und Dissidentenregister in Westfalen-Lippe in Stiftskirche Schildesche (ev.), Bielefeld on 6. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

6. Oktober 2026 19:00 Uhr

Veranstaltungsort

An der Stiftskirche
An d. Stiftskirche, 33611 Bielefeld-Schildesche, Deutschland

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Vergessene Lebensgeschichten sichtbar machen: Die Juden- und Dissidentenregister in Westfalen-Lippe

Am Dienstag, 6. Oktober 2026, öffnet die Veranstaltung in der Stiftskirche Schildesche den Blick auf einen bedeutenden Quellenbestand zur Geschichte Westfalens und Lippes. Im Mittelpunkt stehen die Juden- und Dissidentenregister des 19. Jahrhunderts sowie ihre heutige Bedeutung für Familienforschung, Ortsgeschichte und die jüdische Genealogie.

Historische Einblicke in eine besondere Quellenwelt

Die Register dokumentieren Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle von Menschen, die nicht den Amtskirchen angehörten. Für Westfalen und Lippe entstanden im 19. Jahrhundert rund 900 Registerbände. Sie bewahren persönliche Daten und historische Spuren jüdischer Menschen, Dissidenten, Quäker und weiterer Religionsgemeinschaften.

Die Veranstaltung ordnet die Entstehung dieser Quellen in die Entwicklung des Personenstandswesens ein. Unterschiedliche regionale Regelungen, die preußische Verwaltung und die Einführung der Standesämter im Jahr 1874 prägten die Überlieferung.

Von der Archivseite in die digitale Forschung

2017 begann die Online-Erschließung der Juden- und Dissidentenregister. Das Gemeinschaftsprojekt des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, des Vereins für Computergenealogie und der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung wurde Anfang 2026 abgeschlossen. Dabei entstanden 142.093 recherchierbare Personendatensätze aus 12.843 bearbeiteten Seiten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Onlinedatenbank JuWeL. Sie eröffnet Interessierten neue Wege, familiäre Verbindungen, historische Wohnorte und regionale Entwicklungen zu erforschen. Damit verbindet der Vortrag klassische Archivarbeit mit moderner digitaler Genealogie.

Ein Abend für Geschichte, Erinnerung und Familienforschung

Die Veranstaltung richtet sich an geschichtsinteressierte Menschen, Familienforscherinnen und Familienforscher sowie alle, die sich für jüdische Geschichte und regionale Erinnerungskultur interessieren. Die ruhige Atmosphäre der Stiftskirche bietet einen passenden Rahmen für die Auseinandersetzung mit Quellen, die individuelle Lebensgeschichten über Generationen hinweg bewahren.

Aus Sicht der Veranstaltungsplanung verbindet der Abend fachliche Einführung, historische Einordnung und praktische Orientierung. Die Publikumsstimmung lebt vom gemeinsamen Entdecken: Aus scheinbar nüchternen Registereinträgen werden Namen, Familien und Biografien sichtbar.

Fazit: Geschichte wird persönlich

Die Juden- und Dissidentenregister in Westfalen-Lippe zeigen, wie eng Archivgeschichte, Familienforschung und regionale Identität miteinander verbunden sind. Wer verstehen möchte, welche Spuren Menschen im 19. Jahrhundert hinterlassen haben und wie digitale Forschung heute neue Zugänge schafft, erlebt in Schildesche einen informativen und bewegenden Abend. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Quellen:

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