Ivan Matijašić in Bielefeld: Vortrag über Wilamowitz, Jacoby und griechische Historiker


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Wie griechische Geschichte geschrieben, gesammelt und gedeutet wird
Im Forschungskolloquium Alte Geschichte der Universität Bielefeld widmet sich Prof. Dr. Ivan Matijašić einem zentralen Kapitel der modernen Altertumswissenschaft: dem Verhältnis von Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, Felix Jacoby und der Erforschung der griechischen Historiker. Der Vortrag verbindet philologische Präzision mit Wissenschaftsgeschichte und öffnet den Blick auf die Methoden, Wertungen und intellektuellen Traditionen hinter unserem heutigen Verständnis der Antike.
Zwischen Quellenkritik und literarischer Überlieferung
Griechische Historiografie entsteht nicht allein aus erhaltenen Büchern. Zahlreiche Autoren sind nur in Fragmenten, Zitaten oder späteren Bearbeitungen überliefert. Gerade hier setzt die Arbeit von Felix Jacoby an, dessen Sammlung Die Fragmente der griechischen Historiker die Forschung nachhaltig geprägt hat. Der Vortrag fragt danach, wie solche Überlieferungen geordnet, bewertet und in größere historische Narrative eingeordnet werden.
Wilamowitz und Jacoby im wissenschaftlichen Gespräch
Im Mittelpunkt steht die Beziehung zweier herausragender Vertreter der klassischen Philologie. Ihre Positionen verweisen auf unterschiedliche Vorstellungen von literarischer Qualität, historischer Aussagekraft und wissenschaftlicher Methode. Damit berührt das Thema nicht nur die Alte Geschichte, sondern auch die Kulturgeschichte der Gelehrsamkeit und den Wandel akademischer Deutungsmuster.
Ein Vortrag mit aktueller Forschungsperspektive
Ivan Matijašić arbeitet als Wissenschaftler für griechische Geschichte und forscht unter anderem zur antiken Historiografie, zu Herodot, Thukydides, Dionysios von Halikarnassos sowie zur Geschichte der Klassischen Philologie. Zu seinen Veröffentlichungen zählen die Monografie Shaping the Canons of Ancient Greek Historiography und zahlreiche Studien zur Rezeption, Narrativität und wissenschaftlichen Erschließung griechischer Geschichtsschreibung.
Die Lesungs-Atmosphäre eines akademischen Vortrags lebt hier weniger von dramatischer Inszenierung als von der konzentrierten Autor-Begegnung mit historischen Texten, Forschungsgeschichte und sprachlicher Kunstfertigkeit. Wer sich für Literatur der Antike, Quellenkritik, Philologie oder den kulturellen Diskurs über Geschichtsschreibung interessiert, erhält Einblicke in ein Forschungsfeld, das bis in die Gegenwart nachwirkt.
Fazit: Antike Geschichtsschreibung neu verstehen
Der Vortrag verspricht ein anspruchsvolles literarisches und wissenschaftliches Erlebnis für alle, die hinter die überlieferten Texte blicken möchten. Prof. Dr. Ivan Matijašić macht sichtbar, wie eng Interpretation, Gelehrsamkeit und historische Erinnerung miteinander verbunden sind. Der Eintritt ist frei – eine Gelegenheit, aktuelle Forschung zur griechischen Historiografie live in Bielefeld zu erleben.
Offizielle Kanäle von Ivan Matijašić:
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