Worte fürs Unwohlsein in Bielefeld: Kreativ über Symptome sprechen


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Wenn Symptome Worte suchen: Kreativität als neue Sprache des Befindens
Manchmal beginnt Verständigung dort, wo die vertrauten Begriffe enden: Wie lässt sich ein unbekanntes Kribbeln beschreiben, eine Migräne-Aura oder ein körperliches Unwohlsein, für das zunächst jede passende Formulierung fehlt? Der Workshop Worte fürs Unwohlsein lädt dazu ein, Beschwerden mit sprachlicher Kreativität genauer zu erfassen und neue Ausdruckswege zu entdecken.
Metaphern, die schwer Fassbares sichtbar machen
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Metaphern und kreative Ausdrucksweisen dabei helfen, innere und körperliche Zustände in Sprache zu übersetzen. Sprache erscheint hier nicht als starres Instrument, sondern als bewegliches Werkzeug: Sie tastet sich vor, vergleicht, verdichtet und schafft Bilder für Empfindungen, die sich einer eindeutigen Benennung entziehen.
Der Workshop verbindet literarische Sprachkunst mit alltagsnaher Gesundheitskommunikation. Die Teilnehmenden untersuchen, warum ein präzises Ausdrucksvermögen gerade in Arztgesprächen wichtig ist und wie unterschiedliche sprachliche Strategien dabei unterstützen, das eigene Befinden verständlicher zu schildern.
Interaktives Format mit Nähe zur Lebenswelt
Nach einem kurzen Einstieg wird das Format praktisch und dialogisch. Erfahrungen werden ausgetauscht, kreative Strategien ausprobiert und unterschiedliche Arten des Sprechens über Symptome erkundet. Dabei geht es nicht um medizinische Diagnosen, sondern um die narrative und sprachliche Dimension des Erlebens: Wie klingt Schmerz? Welche Bilder passen zu Druck, Schwindel oder Erschöpfung? Und was lässt sich gewinnen, wenn persönliche Wahrnehmung in eigene Worte findet?
Die Veranstaltung wurde von Patricia Linnemann und Mariya Hristova aus dem Projekt B04 des Sonderforschungsbereichs 1646 Sprachliche Kreativität in der Kommunikation an der Universität Bielefeld entwickelt. Damit verknüpft der Workshop linguistische Expertise, kreative Praxis und Wissenschaftskommunikation auf anschauliche Weise.
Literatur, Linguistik und Gesundheitskommunikation
Als Teil des GENIALE-Tags zu Sprache und Sprechen öffnet Worte fürs Unwohlsein einen besonderen kulturellen Denkraum. Das Genre des Workshops liegt zwischen Sprachlabor, Schreibimpuls und gemeinsamer Erkundung. Die Veranstaltung zeigt, wie eng sprachliche Präzision, Selbstwahrnehmung und soziale Verständigung miteinander verbunden sind.
Das literarische Erlebnis entsteht dabei nicht durch eine klassische Lesung, sondern durch das gemeinsame Erproben von Sprache. Stimme, Erfahrung und Vorstellungskraft treten in einen produktiven Dialog. So wird die Lesungs-Atmosphäre eines konzentrierten Austauschs mit der Offenheit eines kreativen Workshops verbunden.
Eintritt frei und ohne Vorwissen
Die Teilnahme ist kostenlos. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Angebot richtet sich an Menschen, die Sprache als Zugang zu ihrem eigenen Erleben und zur Verständigung mit anderen neu entdecken möchten.
Fazit: Ein Workshop für genauere Worte und mehr Verständigung
Worte fürs Unwohlsein verspricht eine ungewöhnliche Autor-Begegnung mit der Sprache selbst. Wer erlebt, wie Metaphern und kreative Ausdrucksformen schwer fassbare Zustände greifbarer machen, nimmt neue Impulse für Alltag, Gesundheitskommunikation und persönliche Selbstwahrnehmung mit. Die Wissenswerkstadt Bielefeld wird an diesem Nachmittag zum offenen Sprachraum für ein Thema, das alle betrifft: Wie finden wir Worte für das, was in uns geschieht?
Offizielle Kanäle von Worte fürs Unwohlsein:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://wissenswerkstadt.de/
- Veranstalter: Universität Bielefeld, Sonderforschungsbereich 1646










