Böckstiegel: Akte und Blumenschicksale im Museum Peter August Böckstiegel

Event: Böckstiegel: Akte und Blumenschicksale in Museum Peter August Böckstiegel, Schloßstraße 109/111, 33824 Werther (Westf.) on 2. April 2026

Datum und Uhrzeit

2. April 2026 12:00 Uhr

Künstler

Veranstaltungsort

Museum Peter August Böckstiegel
Schloßstraße 109/111, 33824 Werther (Westfalen), Germany

Tickets

7,00

Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Zwischen Körper und Kelchblatt: Böckstiegels expressive Bildwelten neu entdecken

Das Museum Peter August Böckstiegel eröffnet mit der Ausstellung Böckstiegel: Akte und Blumenschicksale eine kluge, erstmals so pointiert erzählte Gegenüberstellung zweier Werkgruppen des westfälischen Expressionisten: sinnlich-dynamische Aktdarstellungen und farbintensive Blumenstillleben. Kunstliebhaber erwartet ein intensives Kunsterlebnis, das Biografie, künstlerische Entwicklung und Zeitgeschichte in einer stimmigen Kuratierung verbindet.

Die Ausstellungsatmosphäre: Farbe als Energiespeicher

In klar gegliederten Räumen entfalten rund 70 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Plastiken und Druckgrafiken eine leuchtende Farbskala. Die Werkbetrachtung führt von frühexpressiven Studien über großformatige Lithografien bis zu intimen Interieurs. Lichtführung, Hängung und Raumwirkung sind so abgestimmt, dass die Materialität der Malerei – pastose Setzungen, deckende und lasierende Partien – unmittelbar erfahrbar wird.

Akt und Avantgarde: Körperbilder zwischen Akademie und Alltag

Die Serie der Akte begleitet Böckstiegel vom Dresdner Aktsaal bis in die späten 1920er Jahre. Anatomische Studien wandeln sich zu expressiv verdichteten Kompositionen. Das exemplarische Blatt Akt im Freien (1914) demonstriert die spannungsvolle Verzahnung von Körperform und Landschaftsraum – ein Markenzeichen der Kunstrichtung Expressionismus, die seelische Befindlichkeiten vor naturalistische Genauigkeit stellt.

Blumenschicksale: Stillleben als Existenzform

Böckstiegels Blumenbilder sind mehr als florale Motive: Sie bündeln bäuerliche Herkunft, Jahreszeitenrhythmus und ökonomische Realität der 1920er/30er Jahre. In üppigen, oft opulent gerahmten Stillleben zeigt sich eine farbpsychologische Sensibilität, die an Vorbilder wie Emil Nolde und Lovis Corinth anschließt – und diese zugleich eigenständig erdet. Werke wie Sonnenblumen (1932) belegen die eruptive Farbigkeit und die tektonische Verdichtung der Formen.

Kuratierung mit Gegenwart: Dialoge und Perspektivwechsel

Die Ausstellung inszeniert produktive Reibungen: Eine Wandcollage des Bielefelder Künstlers Lars Rosenbohm reagiert auf Böckstiegels Sonnenblumen mit Mutter (1925). Im Studio öffnen Fotografien von Katharina Bosse aus der Serie While the Baby Was Sleeping (2007–2010) den Blick auf das Stillleben als zeitgenössische Reflexion über Alltag, Intimität und Bildtradition. So entsteht ein vielschichtiger Parcours zwischen Epoche, Medium und Motiv.

Kulturelle Bildung und Zugänglichkeit

Öffentliche Führungen und museumspädagogische Angebote vertiefen Werkanalyse und Kontextwissen. Das Museum ist barrierearm zugänglich; Aufzug, barrierefreie Sanitäranlage sowie Leihhilfsmittel unterstützen eine inklusive ästhetische Erfahrung. Kostenfreie Parkplätze am Haus und der BürgerBus-Halt direkt vor dem Eingang erleichtern die Anreise.

Fazit: Diese Ausstellung zeigt Böckstiegel als präzisen Beobachter des Lebens – im Körper wie in der Blüte. Wer Farben hören, Formen fühlen und kunsthistorische Linien neu denken will, erlebt hier eine konzentrierte, sinnliche Werkbetrachtung. Empfehlung: unbedingt live sehen.

Offizielle Kanäle von Museum Peter August Böckstiegel:

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  • Website: https://www.museumpab.de/

Quellen:

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