Eine Krankheit wie ein Gedicht in der Kamera Bielefeld


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Eine Krankheit wie ein Gedicht: Ein berührender Dokumentarfilm über Nähe, Angst und künstlerische Selbstbehauptung
In der Kamera Bielefeld steht am 9. Oktober 2026 ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm im Mittelpunkt: Eine Krankheit wie ein Gedicht von Jelena Ilić verbindet persönliche Familiengeschichte, psychologische Reflexion und eine eigenwillige visuelle Sprache. Die Vorführung lädt zu einer konzentrierten Werkbetrachtung über psychische Erkrankung, gesellschaftliche Ausgrenzung und die schwierige Rückkehr in ein gemeinsames Leben ein.
Ein Vater zwischen Krankheit, Schuld und künstlerischer Ausdruckskraft
Der Film begleitet Jelena Ilićs Vater, der nach einer drogeninduzierten Psychose in der forensischen Psychiatrie untergebracht war und sich seiner Entlassung nähert. Für die Regisseurin entsteht daraus ein emotional widersprüchlicher Prozess: Sie begegnet ihm zugleich als Tochter, als Mensch mit berechtigter Angst und als Künstlerin, die seine schöpferische Kraft bewundert.
Die Krankheit erscheint dabei nicht als abstrakte Diagnose, sondern als Erfahrung, die Familienbeziehungen, Erinnerungen und Identität prägt. Ilić nähert sich ihrem Vater mit dokumentarischer Genauigkeit, ohne die Ambivalenz zwischen Liebe, Verletzung und Verantwortung aufzulösen.
Dokumentarfilm zwischen Malerei, Fotografie und Animation
Eine besondere ästhetische Qualität gewinnt der Film durch die Einbindung von Fotografien, Malereien, Skulpturen und einem gemeinsam entwickelten Comic. Die Kunstwerke des Vaters werden zu sichtbaren Spuren innerer Zustände und eröffnen einen Zugang zu einer Welt, die sich nicht vollständig in medizinischen Begriffen erfassen lässt.
Die expressionistische Bildsprache bewegt sich zwischen Art brut und Neuer Wilder. Ergänzt durch Animation und persönliche Videoaufnahmen entsteht eine vielschichtige filmische Installation, in der Erinnerungsbilder, Gegenwart und imaginative Räume ineinandergreifen. Wärme, Humor und ein eigensinniger visueller Rhythmus bewahren den Film vor voyeuristischer Betrachtung.
Kulturelle Bildung durch eine offene Werkbetrachtung
Eine Krankheit wie ein Gedicht eröffnet eine wichtige Perspektive auf seelische Gesundheit, Maßregelvollzug und gesellschaftliche Reintegration. Das Kunsterlebnis liegt nicht in einfachen Antworten, sondern in der ästhetischen Erfahrung eines Films, der widersprüchliche Gefühle nebeneinander bestehen lässt.
Jelena Ilićs Debüt wurde unter anderem mit dem Publikumspreis für Dokumentarfilm beim Filmfestival Max Ophüls Preis und mit weiteren Festivalpreisen ausgezeichnet. Die Anerkennung verweist auf die besondere Verbindung von persönlichem Erzählen, filmischer Form und gesellschaftlicher Relevanz.
Fazit: Ein intensives Kinoerlebnis in Bielefeld
Die Vorführung in der Kamera verspricht eine eindringliche Begegnung mit einem Dokumentarfilm, der Krankheit, Familie und Kunst in eine ungewöhnlich sensible Beziehung setzt. Kunstinteressierte, Filmliebhaber und Besucherinnen und Besucher mit Interesse an kultureller Bildung erleben eine ästhetisch kraftvolle Werkbetrachtung über Verletzlichkeit, Erinnerung und die Möglichkeit neuer Nähe. Dieses besondere Kunsterlebnis lohnt den Weg ins Kino.
Offizielle Kanäle von Jelena Ilić:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.jelenailic.de/ekweg










