Arbeit in der Literatur des Poetischen Realismus: Tagung in Bielefeld

Event: Arbeit in der Literatur des Poetischen Realismus in Universität Bielefeld, Raum X-E1-201, Bielefeld on 7. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

7. Oktober 2026 14:00 Uhr

Veranstaltungsort

Universität Bielefeld, Raum X-E1-201
Universität Bielefeld, Raum X-E1-201, Bielefeld

Über diese Veranstaltung

Literatur & Lesungen

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Wenn Arbeit zur literarischen Weltdeutung wird

Die Tagung Arbeit in der Literatur des Poetischen Realismus widmet sich vom 7. bis 9. Oktober 2026 an der Universität Bielefeld einer zentralen Frage der Literatur des 19. Jahrhunderts: Wie wird Arbeit in erzählenden Texten sichtbar, bewertet und poetisch gestaltet?

Zwischen Erwerbsarbeit und Alltagswelt

Mit Gustav Freytags Kaufmannsroman Soll und Haben tritt das Thema Erwerbsarbeit im Poetischen Realismus früh und prominent hervor. Die literarische Hinwendung zur Alltagswelt markiert eine Neuakzentuierung des Verhältnisses von Idealismus und Realismus. Arbeit erscheint dabei nicht allein als ökonomische Tätigkeit, sondern als gesellschaftliche Praxis, die Lebensentwürfe, soziale Ordnung und individuelle Bildung prägt.

Poetischer Realismus als literarisches Deutungsmodell

Die Tagung untersucht, in welcher Weise Texte des Poetischen Realismus Arbeit verhandeln. Im Zentrum stehen Fragen nach narrativen Verfahren, literarischer Qualität und der sprachlichen Gestaltung historischer Arbeitswelten. Neben der Erwerbsarbeit rücken auch historisch abgeschattete Formen der Arbeit in den Blick, insbesondere Sorgearbeit.

Gustav Freytags Soll und Haben bietet dafür einen aufschlussreichen Ausgangspunkt. Der 1855 erschienene Kaufmannsroman verbindet bürgerliche Lebensführung, Warenhandel und Bildungsweg zu einer umfassenden sozialen Erzählung. Zugleich eröffnet die heutige Forschung eine kritische Perspektive auf die ideologischen Spannungen des Romans, seine Poetisierung der Arbeitswelt und die problematischen antisemitischen sowie nationalen Deutungsmuster.

Literaturwissenschaft im kulturellen Diskurs

Die Konferenz verbindet historische Literaturwissenschaft mit aktuellen Fragen des kulturellen Diskurses. Arbeit erscheint als ästhetisches Motiv, als soziale Erfahrung und als Medium gesellschaftlicher Selbstverständigung. Dadurch gewinnt die Literatur des Poetischen Realismus neue Gegenwartsnähe: Sie erzählt von Leistung, Ordnung, Abhängigkeit, Fürsorge und den Wertvorstellungen einer sich wandelnden Gesellschaft.

Veranstaltet wird die Tagung von der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld. Sie richtet sich an Lehrende, Forschende und den wissenschaftlichen Nachwuchs und ist öffentlich zugänglich.

Ein literarisches Erlebnis für Forschende und Literaturinteressierte

Besucherinnen und Besucher erwartet keine bloße Rückschau auf eine vergangene Literaturepoche, sondern eine konzentrierte Auseinandersetzung mit Sprache, Gesellschaft und Arbeit. Die Tagung macht sichtbar, wie literarische Narrative soziale Wirklichkeit ordnen und welche blinden Flecken in scheinbar vertrauten Texten liegen.

Wer die Literatur des Poetischen Realismus in ihrer historischen Tiefe und kritischen Aktualität erleben möchte, findet in Bielefeld ein anregendes Forum für wissenschaftlichen Austausch, literaturgeschichtliche Einordnung und neue Perspektiven auf Gustav Freytag und seine Zeit.

Offizielle Kanäle von Arbeit in der Literatur des Poetischen Realismus:

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Quellen:

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