BI-LDer in der Bürgerwache: Sabine Bergau zeigt Ansichten vom Hiersein


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BI-LDer: Sabine Bergau zeichnet das Ankommen in Bielefeld
Mit der Ausstellung BI-LDer – Ansichten vom Hiersein lädt Sabine Bergau zu einer persönlichen Werkbetrachtung über Heimat, Wahrnehmung und alltägliche Stadtlandschaften ein. Die Eröffnung in der Bürgerwache verbindet eine atmosphärische Ausstellungseröffnung mit einer Einführung durch Christine Halm.
Das Kleine im Blick
Im Zentrum steht nicht die touristische Ansicht, sondern der beiläufige Moment: Orte im Vorübergehen, private Situationen und vertraute Zeichen des städtischen Lebens. Bergau richtet den Blick auf jene Ausschnitte, in denen sich Zugehörigkeit bildet. Zeichenstifte und Aquarellfarben werden zu Instrumenten einer behutsamen Annäherung an Menschen, Räume und ihre Geschichten.
Vier Jahrzehnte künstlerisches Hiersein
Die Ausstellung versammelt Arbeiten aus mehr als 40 Jahren in Bielefeld. Zu sehen sind Werke aus Gruppenaktionen wie Urban Sketching in Schildesche, der Transurban Residency, der Auseinandersetzung mit den Rochdale Barracks, der Einweihung der verlängerten Linie 4 zur Universität, Kalenderprojekten und dem Schulbauernhof Ummeln. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Bilder, die Sabine Bergau allein vor Ort oder transformiert nach eigenen Fotografien entwickelt hat.
Zeichnung als ästhetische Erfahrung
Die ausgestellten Arbeiten zeigen Zeichnung und Aquarell als unmittelbare Formen der Wahrnehmung. Linien erfassen Bewegung, Farbe verdichtet Atmosphäre, und der Bildausschnitt verwandelt scheinbar Gewöhnliches in eine konzentrierte visuelle Erfahrung. Die Ausstellung macht sichtbar, wie aus genauer Beobachtung kulturelle Bildung und eine lebendige Beziehung zum Stadtraum entstehen.
Zwischen Heimat und Fremdsein
Die Frage nach dem Ankommen bildet den gedanklichen Horizont der Ausstellung: Ab wann wird ein Ort vertraut, und wann beginnt Heimat in einer Stadt, die nicht der Geburtsort ist, aber seit Jahrzehnten Lebensmittelpunkt bleibt? Das lateinische Motiv Ubi bene, ibi patria – wo es mir gut geht, da ist meine Heimat – erhält in Bergau's Arbeiten eine konkrete, urbane und zugleich intime Form.
Fazit: Bielefeld mit neuen Augen sehen
Besucherinnen und Besucher erwartet ein nahbares Kunsterlebnis über Erinnerung, Stadtwahrnehmung und die leisen Formen des Dazugehörens. Die Ausstellung eröffnet eine ästhetische Erfahrung, die den vertrauten Stadtraum verändert und zur eigenen Werkbetrachtung anregt. Wer Bielefeld nicht nur als Kulisse, sondern als gelebten Ort erleben möchte, sollte diese Ausstellung in der Bürgerwache unbedingt live besuchen.
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