Mascha Kaléko in Bielefeld: Ein Abend voller Lyrik, Musik und Erinnerung

Event: „Das lyrische Stenogrammheft“ – Ein Abend mit Mascha Kaléko in Neustädter Marienkirche (ev.), Gemeindesaal, Papenmarkt 10a, 33602 Bielefeld on 26. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

26. Oktober 2026 19:30 Uhr

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Mascha Kalékos Großstadtlyrik in Bielefeld erleben

Am Montag, 26. Oktober 2026, widmet sich ein besonderer Literatur- und Musikabend im Gemeindesaal der Neustädter Marienkirchengemeinde der Dichterin Mascha Kaléko. Unter dem Titel Das lyrische Stenogrammheft begegnen sich präzise Gedichtsprache, musikalische Klangfarben und die eindringliche Lebensgeschichte einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts.

Zwischen Alltagston und poetischer Genauigkeit

Mascha Kalékos Gedichte sprechen vom kleinen Glück, von Liebe, Abschied, Einsamkeit und den Widersprüchen des modernen Lebens. Ihr Stil verbindet die Klarheit der Neuen Sachlichkeit mit heiterer Melancholie, feinem Sprachwitz und einer bemerkenswerten Nähe zum Alltag. Gerade diese Verbindung aus literarischer Qualität und unmittelbarer Verständlichkeit machte Das lyrische Stenogrammheft zu ihrem bekanntesten frühen Werk.

Die Veranstaltung führt in eine Poetik der kurzen Form: Kalékos Verse wirken wie sprachliche Momentaufnahmen, in denen sich Großstadtleben, persönliche Sehnsucht und gesellschaftliche Beobachtung verdichten. Aus wenigen Zeilen entstehen Figuren, Situationen und emotionale Räume, die lange nachklingen.

Literatur und Musik im Dialog

Texte von Mascha Kaléko trägt Annette Kurschus vor. Die musikalische Gestaltung übernehmen Stella-Lucia Buzek am Violoncello und Ruth M. Seiler am Klavier. So entsteht eine Lesungs-Atmosphäre, in der Stimme, Rhythmus und instrumentale Klangfarbe miteinander korrespondieren.

Das literarische Erlebnis richtet den Blick zugleich auf Kalékos Biografie. Die 1907 in Galizien geborene Dichterin wuchs in Berlin auf, veröffentlichte ab 1929 Gedichte und wurde mit ihrem ersten Gedichtband von 1933 schlagartig bekannt. Ihre jüdische Herkunft und die nationalsozialistische Kulturpolitik unterbrachen diese Entwicklung; 1938 emigrierte Kaléko mit ihrer Familie nach New York. Später lebte sie in Jerusalem. Erfahrungen von Entwurzelung, Exil und sprachlicher Heimatlosigkeit prägen wesentliche Schichten ihres Werks.

Eine Stimme der literarischen Moderne

Kalékos Sprachkunst steht in der Tradition der Neuen Sachlichkeit und bleibt zugleich unverwechselbar eigenständig. Ihre Narrative entstehen nicht aus großen Gesten, sondern aus Beobachtungen des Alltags. Humor und soziale Genauigkeit treffen auf eine zarte, oft schmerzliche Empfindsamkeit. Dadurch besitzt ihre Lyrik eine kulturelle Bedeutung, die weit über den historischen Entstehungskontext hinausweist.

Der Abend in Bielefeld eröffnet sowohl Kennerinnen und Kennern als auch neuen Leserinnen und Lesern einen Zugang zu Kalékos Werk. Die Verbindung von Lesung und Kammermusik schafft Raum für Konzentration, Zwischentöne und jene intime Atmosphäre, in der Gedichte ihre volle Wirkung entfalten.

Fazit: Ein Abend für Stimme, Vers und Erinnerung

Besucherinnen und Besucher erwartet eine musikalisch-literarische Hommage an Mascha Kaléko mit ausgewählten Texten, Klavier und Violoncello. Der Eintritt ist frei; eine Spende für die Kirchenmusik im Evangelischen Stadtkantorat wird erbeten. Wer Kalékos präzise, heiter-melancholische Sprachkunst live erleben möchte, findet an diesem Abend einen eindrucksvollen Ort für Literatur, Erinnerung und Begegnung.

Offizielle Kanäle von Mascha Kaléko:

Quellen:

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