Ronya Othmann in Bielefeld: Lesung aus „Vierundsiebzig“


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Ronya Othmann liest „Vierundsiebzig“ in Bielefeld
Am 13. November 2026 wird die Volkshochschule Bielefeld zum Ort einer eindringlichen Autor-Begegnung: Ronya Othmann liest aus ihrem Roman „Vierundsiebzig“. Die Veranstaltung des Instituts für Ezidische Wissenschaften und der Volkshochschule verbindet literarische Sprachkunst mit der Auseinandersetzung über Erinnerung, Genozid und die aktuelle Lage in Nordostsyrien.
Literatur zwischen Zeugenschaft und Erinnerung
„Vierundsiebzig“ sucht eine literarische Form für das Unaussprechliche: den Genozid an den Êzîdinnen und Êzîden, den Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates 2014 in Shingal verübten. Othmanns Roman führt zu den Ursprüngen und Tatorten, in Camps und an Frontlinien, in die Wohnzimmer von Verwandten und in deutsche Gerichtssäle. Auch ein êzîdisches Dorf in der Türkei, in dem heute niemand mehr lebt, wird Teil dieser vielschichtigen erzählerischen Reise.
Ein Roman als literarisches Archiv
Ronya Othmann verbindet autobiografische Recherche, Biografie, Reiseliteratur und Geschichtsschreibung zu einem organischen Ganzen. Ihr Stil arbeitet mit präziser Beobachtung, dokumentarischer Klarheit und einer sensiblen Wahrnehmung für die Brüche zwischen persönlicher Erinnerung und kollektiver Geschichte. Die Lesung eröffnet damit einen konzentrierten Zugang zu einem Werk, das literarische Qualität und politische Verantwortung miteinander verschränkt.
Eine markante Stimme der Gegenwartsliteratur
Die 1993 in München geborene Autorin schreibt Lyrik, Prosa und Essays und arbeitet als Journalistin. Zu ihren wichtigen Veröffentlichungen zählen der Roman „Die Sommer“, der Gedichtband „die verbrechen“ und „Vierundsiebzig“. Für ihr Schreiben erhielt Othmann unter anderem den MDR-Literaturpreis, den Mara-Cassens-Preis und den Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs. „Vierundsiebzig“ stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2024 und wurde mit dem Düsseldorfer Literaturpreis sowie dem Preis der SWR-Bestenliste ausgezeichnet.
Lesungs-Atmosphäre in der Volkshochschule
Die Lesungs-Atmosphäre verspricht ein intensives literarisches Erlebnis: Othmanns Stimme macht die Spannung zwischen erzählter Gegenwart, historischen Spuren und familiärer Überlieferung unmittelbar erfahrbar. Im Anschluss an die Lesung bildet der Bezug zur aktuellen Lage in Nordostsyrien einen weiteren Akzent des Abends.
Fazit: Literatur als Form des Hinsehens
Die Lesung in Bielefeld richtet sich an alle, die Gegenwartsliteratur als Raum für Erinnerung, Erkenntnis und gesellschaftlichen Diskurs erleben möchten. Ronya Othmanns „Vierundsiebzig“ verbindet Sprachkunst mit Zeugenschaft und eröffnet einen eindringlichen Blick auf eine Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Wer Literatur live, konzentriert und im direkten Austausch mit einer bedeutenden Stimme der Gegenwart erleben möchte, findet hier einen besonders eindrucksvollen Abend.
Offizielle Kanäle von Ronya Othmann:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://ronyaothmann.com/
- Verlag: https://www.rowohlt.de/autor/ronya-othmann-38660










